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Diverse Fragen ...
PROJECT CONSULT Newsletter 20080904
In Diskussionen zum Umfeld DRT und ECM bekommt man immer wieder die gleichen Fragen gestellt. Deshalb hier einige Antworten auf typische Fragen.

Brauchen wir neue Standards?

Standards haben auch nur eine begrenzte Lebensdauer. Dies hängt auch davon ab, worauf sich ein Standard bezieht.

1) Art des Standards:
Eine technische Spezifikation für eine Schnittstelle ist häufig kurzlebiger als ein allgemein gehaltener Katalog von Anforderungen auf einer hohen Ebene.

2) Relevanz des Standards:
Man muss außerdem unterscheiden, um was für einen Standard es sich handelt, ob er sich international oder zumindest in bestimmten Branchen durchgesetzt hat.

3) Inhalt und Anwendungsbereich des Standards:
Standards gibt es in unterschiedlicher Komplexität und Detailliertheit sowie für verschiedene Anwendungsgebiete, die bei der Bewertung eines Standards unterschieden werden müssen. Dabei ist wichtig, dass die Anforderungen und Spezifikationen so detailliert sind, dass eine Überprüfbarkeit gegeben ist.

4) Bedarf am Standard: Bestimmte Anwendungsbereiche, besonders wenn sie
a) zur Erfüllung von Compliance-Anforderungen,
b) der Zusammenarbeit und dem Datenaustausch oder
c) der langfristigen sicheren Verfügbarkeit und Erschließbarkeit wertvoller Information dienen,
erfordern international anerkannte und im Markt verbreitete Standards.

5) Nutzen von Standards:
Sie nützen aber Anwendern und Anbietern. Der Anwender braucht sich keine eigenen Kriterien überlegen, hat die Sicherheit, dass auch andere Produkte den Standard unterstützen und kann davon ausgehen, dass die beschriebenen Eigenschaften auch von Anderen für sinnvoll und allgemeingültig erachtet wurden. Anbieter, die Standards erfüllen, haben einen Vertrauensvorschuss und können auf eine größere Marktakzeptanz setzen.

Konsequenz: Die technologische und funktionale Weiterentwicklung macht die Weiterentwicklung von Standards und neue Standards unerlässlich.

Nützt eine Zertifizierung nur den Zertifizierungsanbietern?

Jeder fährt alle paar Jahre mit dem Auto zum TüV und zahlt dort die Prüfungsgebühr, ohne dem TüV zu unterstellen, er prüfe nur um Geld zu verdienen. Der TüV bescheinigt dem Fahrzeug eine gewisse Verlässlichkeit beim Betrieb. Nicht anders ist die bei der Zertifizierung von Softwaresystemen. Hierbei ist Folgendes zu betrachten:

1) Qualifizierte und unabhängige Institutionen prüfen Systeme nach einem vorgegebenen Katalog und bescheinigen, dass die untersuchten Softwaresysteme grundsätzlich die geprüfte die Funktionalität in gebotener Qualität besitzen. Je konkreter und nachprüfbarer die Vorgaben und je unabhängiger und anerkannter die prüfende Institution, desto größer ist der Wert des Zertifikates.

2) Anwender müssen nicht selbst alle Funktionalität testen sondern können sich darauf verlassen, dass nach den veröffentlichten Kriterien und Qualitätsmaßstäben die Funktionalität vorhanden ist – was aber nicht heißt, dass eine solche zertifizierte Lösung auch den individuellen Anforderungen des Anwenders entspricht. Dies ist auch abhängig von der Art und dem Umfang der Zertifizierung.

Fazit: Zertifizierungen nützen Anbietern und Anwendern.

1000 Seiten Testkatalog sind doch niemandem zuzumuten?

Manche Tests sind sehr umfangreich. Hierbei sind verschiedene Faktoren zu betrachten:

1) Der Umfang von Testkriterien ist bereits dadurch groß, dass schon die Anforderungen sehr umfangreich sind. Die Testkriterien stellen so auch eine Konkretisierung der Anforderungen dar.

2) Der Umfang von Testszenarien bzw. der zu Grunde liegenden Dokumentation, ist durch das systematische Vorgehen entsprechend internationalen Richtlinien für die Durchführung und Dokumentation von Tests bedingt.

3) Entscheidend ist für den Aufwand bei einer großen Zahl von Testkriterien ist nicht die Zahl der Tests selbst, sondern in wie weit diese automatisiert durchgeführt werden können. Wenn Tests aufeinander aufbauen, die gleiche Testdaten benutzen und in Szenarien zusammengefasst sind, reduziert sich der Aufwand erheblich. Auch ist es günstiger einmal ein Produkt im Detail zu testen als es jedem Anwender zu überlassen, selbst alles zu testen.

4) Detaillierte Testkataloge sichern die Überprüfbarkeit, helfen den Anbietern beim Entwickeln der Software und der Qualitätssicherung, und ermöglichen die eindeutige Nachvollziehbarkeit und Verifikation der Ergebnisse.

5) Bei einem internationalen Zertifizierungsverfahren, das von verschiedenen authorisierten Testcentern europaweit nach gleichen Kriterien und mit gleicher Qualität durchgeführt werden soll, ist ein im Detail nachprüfbarer Kriterienkatalog erforderlich.

Folgerung: detaillierte, nachprüfbare Testkataloge sind trotz des zu betreibenden Aufwands für die Durchführung der Tests äußerst nützlich.

Gibt es eine Konsolidierung und wenn ja, welche Auswirkungen hat sie?

Der Begriff Konsolidierung stammt vom lateinischen „consolido“ mit der direkten Übertragung „fest machen“ oder „verfestigen“. Der Begriff wird vielfach übertragen benutzt und kann mit „Vereinheitlichung“, „Zusammenführung“, „Zusammenlegung“, „Bereinigung“ oder „Verschmelzung“ übersetzt werden. In der Informationswissenschaft und die der Marktwirtschaft hat der Begriff leicht divergente Bedeutungen so dass es zunächst erforderlich ist, zu definieren, worauf sich der Begriff „Konsolidierung“ im Umfeld von ECM und DRT bezieht.

1) Konsolidierung des Marktes.

1.1) Dies bedeutet zunächst, dass sich ein klar abgegrenzter, identifizierbarer Markt oder eine entsprechende Branche herausgebildet, die als Einheit wahrgenommen werden kann und nach bestimmten Regeln der Wirtschaftsentwicklung funktioniert – Konsolidierung im Sinne von „Verfestigung“.

1.2) Das Marktgeschehen in der Maturitätsphase ist gekennzeichnet durch Übernahmen von Anbietern und/oder Produkten, um
a) zunächst die eigenen Produktportfolios so zu erweitern, dass sie der Marktdefinition und damit der Erwartungshaltung der Konsumenten entsprechen sowie
b) durch Zukäufe konkurrierender Anbieter und/oder Produkte den Marktanteil zu erhöhen.
Besonders Marktteilnehmer, die bisher noch nicht im Markt platziert waren, und solche, die ihre Position kurzfristig und ohne Eigenentwicklung ausbauen wollen, setzen auf das Übernahmekonzept.

1.3) In dem Maße, wie sich größere Anbieter durchsetzen und große Marktanteile sichern, werden zu dem andere Marktteilnehmer in Nischen, in die Rolle von Sublieferanten, zur Abwanderung in andere Märkte, zur Verstärkung der Innovation, zur Reduzierung der Fertigungstiefe oder zur Aufgabe gezwungen.

1.4) Verstärkt wird dies durch Entwicklungen, dass ursprüngliche sehr spezielle Funktionalität, die Alleinstellungsmerkmale beinhaltete, zur „Commodity“, überall verfügbaren Funktionalität, wird.

Konsolidierung des Marktes also im Wesentlichen im Sinne von „Bereinigung“ und „Zusammenführung“.

2) Konsolidierung von Produkten.

Hierbei werden bei den Anbietern zugekaufte, als Zusatzprodukte lizensierte und/oder eigene Produkte bzw. Produktlinien zusammengeführt, um ein einheitliches und durchgängiges Produkt oder eine aufeinander abgestimmte, kompatible Produktsuite anbieten zu können. Ziel ist Entwicklung, Test, Qualitätssicherung, Wartbarkeit, Produktmanagement und Vertrieb zu straffen um möglichst fehlerfreie, marktgerechte und seitens des Anbieters einfach zu pflegende Softwareprodukte auf den markt zu bringen. Der Aufwand gerade bei langlebigen Produkten und bei inkompatiblen Produktlinien kann bei den Anbietern sehr groß sein und die Weiterentwicklung der Produkte, bedingt durch technologischen Wandel und Marktanforderungen, behindern oder sehr teuer machen. Ergebnis sind funktionsreichere Produkte höherer Qualität.

Konsolidierung von Produkten also im Sinne von „Bereinigung“, „Vereinheitlichung“, „Verschmelzung“ und „Zusammenführung“.

3) Konsolidierung der IT-Landschaften bei den Anwendern.

Parallel zu den Erscheinungen unter 1) und 2) ist auch die IT-Infrastruktur und die Anwendungslandschaft bei den Anwendern in Weiterentwicklung begriffen, die zyklisch Veränderungen mit sich bringt. Diese Veränderungen können
a) durch neue Geschäftsmodelle, Akquisitionen oder Prozessänderungen aber auch
b) im Bereich der IT durch, Wechsel von Betriebsystemen, betriebssystemnaher Basissoftware, neue IT-Architekturen oder erforderliche Anpassungen bei den großen kaufmännischen oder unternehmenskritischen operativen Anwendungen bedingt sein.
Besonders in heterogenen Anwendungslandschaften entstehen hohe Aufwendungen für Betrieb, Weiterentwicklung, Schnittstellen und Nutzung durch zu viele Anwendungen mit redundanter oder überlappender Funktionalität. Besonders ältere, propritäre Anwendungen stellen ein Hindernis für den Ausbau von durchgängigen IT-Infrastrukturen und eine übergreifende Informationsnutzung dar.

Konsolidierung von IT-Landschaften also im Sinne von „Vereinheitlichung“, „Bereinigung“ und „Verschmelzung“.

Fallen durch Konsolidierung Produkte weg?

Produkte fallen durch unterschiedliche Formen von Konsolidierung weg: durch Zusammenführen oder Ersetzen beim Anbieter aber auch durch Bereinigung der IT-Landschaft beim Anwender. Hier soll nur die Frage betrachtet werden, ob durch die Marktkonsolidierung Produkte verschwinden.
Hierbei sind drei Formen zu erkennen:

1) Ersatz durch andere Produkte gleicher Funktionalität.
Besonders bei Releasewechseln und Ausbau von vorhandenen Lösungen werden bei Kunden ältere Softwareversionen und besonders Produkte übernommener Anbieter durch eigene, im Rahmen der Produktplanung strategisch gesetzte Produkte ersetzt. Dies ist besonders typisch, wenn Produkte übernommen wurden, die redundant zu eigenen Produkten aufgestellt waren und wo der Anbieter nur zur Erweiterung des Marktanteils übernommen wurde. Dieser Prozess kann sich über mehrere Jahre hinziehen, da er auch abhängig ist von den Intentionen des jeweiligen Anwenderunternehmens und gegebenen Zusagen in Bezug auf die Verfügbarkeit von Produkten gegenüber strategischen Kunden.

2) Integration in das eigene Portfolio.
Hierbei werden übernommene Produkte entweder mit passenden Schnittstellen und Angleichung der Benutzeroberflächen, Stammdaten, Metadaten und Repositories in eigene Produkte oder Produktlinien integriert. Dieser Prozess kann zu einem erheblichen Wegfall von Programmcode im übernommenen aber auch im eigenen Produkt führen. Aus Marketing-Gründen oder zur Adressierung bestimmter Anwendergruppen können übernommene Produkte auch zeitweilig weitergeführt werden. Im Regelfall enden aber die Produkte mittelfristig als Modul in einem Gesamtportfolio oder als Bestandteil eines erneuerten Produkts des ursprünglichen Portfolios. Die Erfahrung zeigt aber auch, das übernommene Produkte oder Teile von Produkten ganz wegfallen, wenn sie sich als nicht integrationsfähig erweisen oder aber durch andere Eigenentwicklungen oder neue Übernahmen obsolet werden.

3) Technology Obsolence.
Auch von übernommenen Produkten oder teilweise in eigene Produkte übernommenen Programmkode bleibt wenig oder gar nichts übrig, wenn sich grundlegende IT- oder programmtechnische Wechsel ergeben, die eine Neuprogrammierung sinnvoller machen als die Adaption älterer Programmkodes. Dies geschieht in unregelmäßigen Zyklen in Abhängigkeit des Aufkommens neuer Nutzungsmodelle, Betriebssystemen, Programmiersprachen und IT-Architekturen. Die Funktionalität und gegebenenfalls sogar der Produktname bleiben hierbei erhalten, auch wenn vom Ausgangsprodukt kaum mehr Programmkode enthalten ist. Da beim Neuerstellen der Programme in der Regel auch neue zusätzliche Funktionalität oder neue Schnittstellen entstehen, ist von einem ursprünglich übernommenen Produkt im Prinzip nichts übriggeblieben.

So gesehen gibt es mehrere Gründe, warum übernommene Produkte über kurz oder lang verschwinden.

Bleiben am Ende der Marktkonsolidierung nur ein paar Große übrig?

Der Markt für Enterprise Content Management ist in der Maturitätsphase seiner Entwicklung. Hierbei sind verschiedene Effekte zu beobachten:

1) Markteintritt von großen Software- und Systemanbietern
Während ursprünglich spezialisierte und hauptsächlich mittelständische Anbieter den sich entwickelnden Markt bedient haben, sind andere Anbieter, die bisher in diesem Umfeld nicht oder nur wenig tätig waren, ebenfalls in den Markt eingetreten. Hierfür gibt es mehrere Gründe:
a) Die Handhabung und Erschließung der wachsenden elektronischen Informationsmengen ist ein Desiderat aller Anwender.
b) Der Ausbau der Angebote von Standardsoftwareanbietern und auch von Hardwareanbietern greift auf die Themen des Enterprise Content Management über. Hier sind unterschiedliche Stoßrichtungen von eBusiness, Speichersystemen, Output-Management, Collaboration, Web, Datenbanken etc. zu verzeichnen.
c) Das Enterprise Content Management Portfolio selbst wurde immer weiter um angrenzende Themen ergänzt, so dass auch Anbieter aus anderen Bereichen der ITK-Technologie hier Anwendungsfelder für ihre Lösungen sehen.
d) Bei Enterprise Content Management handelt es sich vom Marktvolumen und der Bedeutung bei den Anwendern nicht mehr um einen Nischenmarkt. Dadurch wird das Thema auch für Anbieter interessant, die sich bisher dort nicht positioniert hatten.
e) Durch die Konvergenz der Technologien ist eine Abgrenzung des ECM-Marktes vom allgemeinen Markt für ITK-Lösungen kaum mehr möglich und durch die Ansätze zu höheren Integration und dienstbasierten Architekturen wird Enterprise Content Management zum Bestandteil des allgemeinen Informationsmanagements. Die Exklusivität des Themas ECM geht verloren.

Diese Entwicklungen haben dazu geführt, dass einerseits durch Aufkäufe von Firmen andererseits durch Ausbau der eigenen Produktportfolios nahezu alle großen Anbieter von Software und Systemen sich im Markt für Enterprise Content Management positionieren. Durch ihren Bekanntheitsgrad, die Vertriebsstärke und die Verbindung mit anderen Produkten des jeweiligen Anbieters beginnen diese in Bezug auf Marktdurchdringung und Installationszahlen den bisherigen spezialisierten Anbietern Marktanteile zu entreißen. Da der Markt insgesamt stark wächst, profitieren auch die kleineren und Spezialanbieter zunächst vom Markteintritt der großen „Spieler“, da dies zu einer größeren Akzeptanz und Visibilität bei den potentiellen Anwendern führt.

2) Verlust der USPs Unique Selling Propositions/Points
War Enterprise Content Management noch in den 90er Jahren des vergangenen Jahrtausends ein Spezialthema, so ist es heute „Mainstream“. Auch wenn die von der Branche verwendete Begrifflichkeit nicht bei allen Anwendern bekannt ist und auch von vielen neu hinzugekommenen Anbietern nicht oder anders verwendet wird, so ist doch die damit verbundene Funktionalität Allgemeingut geworden. Dies gilt z.B. für Imaging-Funktionen, die Bereitstellung von Archiven im Rahmen einer Netzwerkspeicherinfrastruktur, Dokumentenmanagement- und Collaborationsfunktionalität in Bürokommunikationssystemen, Workflow-Funktionalität in Anwendungen und andere.

3) Neue Segmentierungen des Marktes nach Angebot:
Hieraus ergibt sich auch eine Aufteilung des Marktes:

3.1) Basis-Funktionalität und Basis-Dienste
Hier wird von Analysten wie der Gartner Group bereits ein Trend zu Lösungen gesehen, die die Grundfunktionalität in weitverbreiteten Standardprodukten anbieten. Hier kommen auch andere Trends wie Appliances, SaaS, Open Source und vorkonfektionierte Standardprodukte zum Tragen. Hier ist ein offener, sehr großer Markt entstanden.

3.2) Highend-Lösungen
Spezielle „Highend“-System und Suiten für dokumenten- oder prozesslastige Anwendungen, die nicht mit den Basis-Funktionen bedient werden können. Auf diesen Bereich konzentrieren sich entsprechend die herkömmlichen Spezialanbieter mit ausgebauten ECM-Produkten oder ECM-Suiten. Dieser Markt zielt auf große Anwender oder spezielle Themen wie z.B. Compliance.

3.3) Dedizierte Subsysteme
Auf Teilbereiche von ECM zugeschnittene Subsysteme werden von einer Reihe von Anbietern für spezielle Abschnitte des Lebenszyklus der Information wie z.B. Capture oder Archivierung angeboten. Hierbei machen sich viele Anbieter die derzeitigen Lücken im Portfolio oder in der Funktionalität von Standardsoftware zu nutze. In diesem Markt kristallisiert sich eine kleinere Führungsgruppe heraus.

3.4) Dienste und Komponenten
Eine Reihe von Anbietern hat sich auf spezialisierte Dienste und einzelne Komponenten fokussiert, die in andere ECM oder Standardsoftware integriert werden können. Dies erlaubt bei anderen Anbietern die Reduzierung der Fertigungstiefe. In diesem begrenzten Marktsegment entscheiden Bekanntheit, Preis, Qualität, USPs und Integrationsfähigkeit über die Überlebenschancen einer überschaubaren Menge hochspezialisierter Anbieter.

3.5) Anwendungsnahe ECM-Lösungen
Hier steht nicht mehr der Vertrieb von universell einsetzbaren aber zunächst „leeren“ Produkten im Vordergrund, sondern auf bestimmte Anwendergruppen, Branchen oder Anwendungsszenarien zugeschnittenen, vorkonfigurierten Lösungen. In diesem ebenfalls stark wachsenden Segment sind nicht nur die Integratoren tätig sondern auch zahlreiche Produktanbieter selbst, die sich zunehmend über das Projektgeschäft und Branchenlösungen finanzieren.

4) „Bleiben nur die Großen übrig?“
Auf die Eingangsfrage bezogen muss man feststellen, dass
a) die großen Anbieter mit sehr unterschiedlichen Ansätzen unterwegs sind – Ergänzung vorhandener Anwendungssoftware oder von Hardwareprodukten, Ausbau von Produktfamilien um ECM-Komponenten oder ECM-Funktionalität, Bedienung von abgrenzten Kundendesideraten bis hin zum Lösungsgeschäft oder Erweiterung von Dienstleistungen. Bereits die großen Web-, IT- und Software-Anbieter in einen Topf zu werfen hieße Äpfel mit Birnen zu vergleichen.
b) sich der Markt durch die beschriebene Segmentierung in sehr unterschiedlichen Bahnen entwickelt, die je nach Positionierung unterschiedliche Chancen für den jeweiligen Anbieter mit sich bringen. Unterschiedliche Vertriebs-, Produkt- und Dienstleistungsstrategien machen einen Vergleich schwierig. Hier haben aber mittelständische Anbieter dank größerer Kundennähe, Eingehen auf die speziellen Anforderungen der Anwender und Erstellung spezieller Lösungen gute Chancen.

Als Fazit kann man zusammenfassen, dass in den nächsten Jahren auch die bisherigen ECM-Spezialanbieter vom Marktwachstum profitieren werden. Die Lücken in den Portfolios der großen Anbieter werden sich jedoch zunehmend schließen, so dass der Markt der Zusatzprodukte für die Standardangebote geringer wird. Die kleineren Anbieter spezialisieren sich daher hauptsächlich auf das Szenario 3.5 ECM-Anwendungslösungen. In dem Maße aber, wie ECM immer mehr zur Commodity-Funktionalität und Bestandteil des allgemeinen Informationsmanagements wird, müssen sich auch diese Anbieter neu orientieren oder noch weiter spezialisieren. Den Grundbedarf an ECM-Funktionalität, der für alle Anwender und Anwendungen interessant ist, werden zukünftig die großen Anbieter bedienen in dem sie ihre Betriebs-, Datenbank-, Collaborations-, Office-, Anwendungs-, Speichernetzwerk- oder anderen „general use“ Systeme ausbauen.

ECM als Bestandteil der Betriebsysteme?

Enterprise Content Management sieht sich selbst als die Brücke zwischen schwach- und strukturierten Informationen und strukturierten Daten. Als „self fullfilling prophecy“ wird ECM im Informationsmanagement aufgehen, in Gestalt von Diensten in der IT-Infrastruktur verschwinden und nur mit einer handvoll Funktionen oder sehr speziellen Anwendungen an der Benutzeroberfläche sichtbar bleiben. Wenn wir ein effektives Informationsmanagement für wichtig erachten – und dies ist ja der Zweck des Einsatzes von ECM – dann muss diese Funktionalität auch allen Anwendern und Anwendungen zur Verfügung stehen – sei es im Rahmen einer Middleware, von Diensten in einer SOA oder als übergreifend nutzbares Repository. Ein Konverter für Dokumente wird damit auf die gleiche Ebene gestellt wie ein Druckertreiber, die Verwaltung von Records auf die Ebene eines Directory Service, ein Dokumenten-Viewer auf die Ebene eines Browsers – wenn dieser nicht schon den Viewer beinhaltet. Ob dabei bestimmte Dienste wirklich eine integrierte Funktion eines Betriebssystems werden ist dabei inzwischen unerheblich. Die Betriebssysteme selbst sind einem Wandel unterzogen. Datenbanken, Portale, Middleware, SOA und Enterprise Service-Bus sind letztlich die Ebene, wo sich auch alle Dokumenten-orientierte Funktionalität wiederfinden wird – wie auch immer verpackt. Spätestens bei der Vision des Web-OS, das herkömmliche Betriebssysteme bedrängen wird, stellt sich diese Frage nicht mehr (Google Chrome ist hier nur ein Zwischenschritt). Auch ein anderer Trend im Umfeld der Betriebssysteme macht sich hier bemerkbar – Betriebssysteme für Telefone, Fernseher und PDAs. Performanceanforderungen und beschränkter Speicherplatz führen dazu, dass benötigte Funktionalität entweder direkt integriert wird oder über das Web angezogen wird. ECM wird hier spätestens in eine Reihe von Server-Diensten und Portlets, Servlets, Applets, Gadgets, Widgets oder was auch immer auseinanderfallen. Schon heute muss man sich die Frage stellen, ob die überbordende Funktionalität eines voll ausgebauten ECM am Client der richtige Weg ist. Was benötigt der Anwender wirklich? Ist vielleicht die Bild- und Video-Verwaltung auf dem Heim-PC zukünftig der Maßstab für die Oberflächen? Reichen nicht drei Knöpfe fürs Ablegen, Wiederfinden und strukturiert darstellen? Vieles, was vor einigen Jahren noch spezielle ECM-Funktionalität war und teuer extra bezahlt werden musste, bekommt man heute schon mitgeliefert oder ist in der Systemumgebung schon von einem anderen Anbieter vorhanden – Viewer, Datenbanken, Suchmaschinen, Konverter usw. Dieser Trend, dass immer Funktionalität Commodity wird, lässt sich nicht aufhalten. Wir werden noch den Zeitpunkt erleben, wo die Grundfunktionen Informationen zu verwalten und zu erschließen Bestandteil jeder Anwendung sind – ob nun im ROM des Betriebssystems auf dem PDA oder eine Ebene höher auf der Dienstebene des Servers, das spielt keine Rolle.

Ein Nachsatz ist noch fällig … woher kommt der Slogan „ECM wird Bestandteil des Betriebssystems“. Zum einen gab es damals, 1994, den Begriff ECM Enterprise Content Management noch gar nicht, und der Satz auf der Folie lautete auch „Document Management will become part of operating systems“ – wird werden, Futur, und auch nicht „Document Imaging“ oder „Workflow“ oder „Content Management“. Übrigens waren wir mit OS/2 in Bezug auf das „klassische Dokumentenmanagement“ (also nicht, wie DMS im weiter gefassten Sinn in Deutschland verstanden wird) schon einmal ziemlich nah dran, denn „Document Management“ ist nur eine Komponente von ECM Enterprise Content Management. Auf jeden Fall gilt, ECM wird Infrastruktur und Bestandteil des allgemeinen Informationsmanagements. (Kff)
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Zuletzt aktualisiert am: 6.10.2008
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